Stadt Weiden

Zug kracht in Auto

Der Wagen ist Schrott, der 24-Jährige verletzt sich wie durch ein Wunder nur leicht. Dabei knallte am Sonntagvormittag auf einem Bahnübergang bei Latsch ein Zug in das Auto des Mannes. Doch wie konnte das passieren?

(mte)Streikte die warnende Lichtsignalanlage am Bahnübergang bei Latsch? Senkten sich die halbseitigen Schranken nicht, obwohl der Zug aus Weiden in Richtung Bayreuth heranbrauste? Oder setzte sich der Fahrer über Signale und senkende Schranken hinweg? "Das ist Gegenstand der Ermittlungen", sagt Hauptkommissar Markus Drlicek von der Polizei Weiden. Techniker der Bahn AG jedenfalls eilten sofort zur Unfallstelle zur Klärung.

Fest steht laut Polizeibericht, dass ein 24-Jähriger aus dem Landkreis Neustadt/WN am Sonntagvormittag kurz nach 11 Uhr von der Bundesstraße 470 kommend den Bahnübergang in Richtung Latsch passieren wollte. In diesem Moment brauste aus Richtung Weiden ein Regionalzug heran und krachte ins Heck des Fiats, der gegen eine Leitplanke (Schaden: 300 Euro) geschleudert wurde. Autoteile flogen durch die Luft, Airbags lösten aus.

Fahrgäste evakuiert

Der Autofahrer aber konnte sich trotz des heftigen Aufpralls noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte selbst aus dem total beschädigten Wagen befreien. Er verletzte sich nur leicht. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Klinikum Weiden. "Hätte der Zug das Auto vorne erwischt, gibt's in der Regel keine Rettung mehr", sagt Dienstgruppenleiter Hubert Hammer von der Bundespolizei Waidhaus, die ebenfalls zum Unfallort geeilt war.

Die sieben Fahrgäste des Zugs, der trotz Vollbremsung erst mehr als 400 Meter vom Bahnübergang entfernt zum Stehen kam, blieben unverletzt. Der Zugführer dürfte einen Schock erlitten haben. Einsatzkräfte der Feuerwehr Neunkirchen, die auch den Bahnübergang abgeriegelt hatten, kümmerten sich um die Fahrgäste. Sie wurden nach und nach evakuiert und anschließend mit Taxis zu ihren Zielorten gebracht. Erst gut zwei Stunden nach dem Ende der Bergungsmaßnahmen konnte die Zugstrecke in Richtung Bayreuth am Nachmittag wieder freigegeben werden. Der Zug selbst sowie die Bahnanlage blieben laut Polizei unbeschädigt. Das Auto dürfte mit 10 000 Euro einen Totalschaden aufweisen.

Ermittlungen laufen

Nach Informationen von Oberpfalz-Medien waren beim Autofahrer weder Alkohol- noch Drogenkonsum festzustellen. Der 24-Jährige hat dem Vernehmen nach ausgesagt, der mit Lichtanlage und halbseitigen Schranken gesicherte Bahnübergang sei frei befahrbar, ein Warnsignal nicht erkennbar gewesen. Zudem scheint eine Zeugin, dies zu bestätigen. Zugleich meldeten die Bahn-Techniker - ebenfalls dem Vernehmen nach - die Anlage wäre intakt gewesen. "Zu laufenden Ermittlungen kann ich nichts sagen", erklärt Hauptkommissar Drlicek auf Nachfrage.