Kreis Tirschenreuth

"Rasend schnell"

Die Zuständigkeiten sind normalerweise klar geregelt. Doch es gab Beschwerden. Deshalb greift jetzt die Polizei ein.

Ab Januar darf die Polizei in den Ortsdurchfahrten in Großensterz (Bild) und Pleußen den Verkehr überwachen und "blitzen". Sie kommt damit einem Wunsch des Stadtrates und vieler Bürger nach. Bild: jr

Beamte der Inspektion Waldsassen werden im Bereich der Ortsdurchfahrt Großensterz und auch im Abschnitt Fockenfelder Straße in Pleußen "blitzen" und Radarmessungen durchführen. Darauf hat Bürgermeister Roland Grillmeier jetzt in der Sitzung des Stadtrats hingewiesen - und auch auf einen ausdrücklichen Wunsch der Polizeidirektion Oberpfalz.

Die Polizei halte sich demnach aus der Verkehrsüberwachung heraus, sofern Verträge mit kommunalen Verkehrsüberwachungen geschlossen seien. Bei Bedarf werde die Polizei ab Januar 2016 den fließenden Verkehr überwachen - per Radarmessungen und mit der Laserpistole. Grillmeier sagte, er werde die Polizeiinspektion Waldsassen um Unterstützung bitten. Das Ortsschild in Großensterz dürfe nicht versetzt werden, bedauerte er. Auch in Pleußen wird es von Fockenfeld her kommend keine bauliche Veränderungen geben. Das Landratsamt hatte einen möglichen Fahrbahnteiler schon im Vorfeld abgelehnt.

Grillmeier forderte die Anlieger der Straßen auf, ihren Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit zu leisten und Wahrnehmungen der Stadt oder der Polizei zu melden. Bernhard Thoma wusste von einigen Firmenfahrzeugen, die "rasend schnell" durch Pleußen fahren. Vielleicht könnte ein Anschreiben der Stadt diese Fahrzeuge und deren Tempo etwas bremsen. Thoma forderte eine Reduzierung auf Tempo 80 schon vor Pleußen. Grillmeier wolle dies beim Landratsamt beantragen. Das Aufstellen von stationären Blitzgeräten sei dagegen nicht durchführbar. "Diese gibt es in Großstädten, aber nicht in Landgemeinden." Im Übrigen müssten diese ja auch zu finanzieren sein. Dennoch wolle er dies mit der kommunalen Verkehrsüberwachung diskutieren.

An den Geldbeutel

Josef Schwägerl (CSU) meinte dazu: "Erst wenn es dem Autofahrer an den eigenen Geldbeutel geht, wird er vorsichtiger." Ernst Bayer (Freie Wähler) zeigte Verständnis für die Belange der Bürger. Zuvor hatte Ortssprecherin Michaela Burger daran erinnert, dass viele Großensterzer sie aufgefordert hätten, etwas gegen die Raserei durch den Ort zu unternehmen.