Kreis Tirschenreuth

Kaufen, leihen oder selber machen?

"Comic-Cons" sind spezielle Veranstaltungen für die Cosplayerszene. Dort sind Händlerbereiche eingerichtet, geben sich Stargäste die Ehre und gehen Workshops, wie richtiges Posen beim Fotografieren oder Rüstungenbau, über die Bühne. Deutschlandweit schießen die Veranstaltungen aus dem Boden wie die sprichwörtlichen Pilze. Eine Kleine aber Feine sei die "Frankenmexx", die vierteljährlich in Nürnberg stattfindet, weiß Sajalyn. Ein Fantreffen, bei dem auch Kostüme präsentiert und bewertet werden. Einmal hat Svenja dort den ersten Platz gemacht. Cosplay komme zwar aus Japan, sei mittlerweile aber auch stark durch westliche Comics geprägt. "Wenn du willst, kannst du auch den Bergdoktor cosplayen", sagt Svenja. Die Grenzen seien da sehr fließend, respektive gäbe es eigentlich gar keine mehr. Es gibt auch sogenannte Art-Entwürfe eines Charakters, der dann sogar in seinem Aussehen verändert wird. Auch aus einem männlichen Charakter einen weiblichen oder umgekehrt zu machen, sei möglich. Dann spricht man von "Crossplay". Ein solcher ist Svenjas neueste Figur. Dabei handelt es sich um Nick Wild, den kleinkriminellen Fuchs aus dem Zeichentrickfilm "Zoomania". Das Kostüm hat Svenja gekauft und noch ein wenig modifiziert. Ein großer Streitpunkt in der deutschen Szene. Werden in Japan Kostüme ausschließlich gekauft oder geliehen, existiere in Deutschland ein Lager, dass ein Cosplay nur akzeptiert, wenn es gänzlich selbst hergestellt ist. Das sieht Svenja lockerer. "Warum soll ich ein Hemd nicht kaufen? Zudem sind meine Nähkünste noch nicht so gut, dass ich alles machen könnte." Die Mutter, die Industrienäherin ist, hilft bei größeren Baustellen. Für das Cosplay der Sally aus "The Nightmare before Christmas" von Tim Burton hat Svenja die Teile für das Grundkostüm gekauft und solange modifiziert, bis es ihren Ansprüchen genügte. Aktuell arbeitet sie an der Facebook-Katze "Pushin". Für Sajalyn zählt nur das Endergebnis. "Und das muss einfach nur gut aussehen." (tr)