Entlohnung auch für Artenschutz

Zum Beitrag "Kritik an Volksbegehren: ,Landwirtschaft allein kann Biene nicht retten'" (onetz.de/2618732)

Andreas Gmeiner:"Ich verstehe nicht wieso Frau Bartmann, wenn sie ihren Hof bereits jetzt so vorbildlich bewirtschaftet, gegen das Volksbegehren ist. Durch den gesetzlichen Rahmen, der geschaffen wird, gäbe es dann eventuell für einige der Maßnahmen, die sie bereits jetzt auf ihrem Hof durchführt weitere Fördermittel und ein zusätzliches Einkommen. Leider ist sie mit ihren vermeintlich guten Praktiken nicht die Mehrheit. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen ganz klar, dass Pestizide, industrielle Landwirtschaft und ausgeräumte Kulturlandschaften für den Rückgang der Arten verantwortlich sind. Nichts wofür die Bauern persönlich verantwortlich gemacht werden können, da dies politisch so gewollt war und die Landwirte nur der Logik des Marktes folgen konnten wenn sie bestehen wollten. Durch Volksbegehren soll sich das ändern. Landwirte müssen auch für Artenschutz und Naturschutz entlohnt werden, und zwar sehr viel mehr als es derzeit bei den freiwilligen Maßnahmen möglich ist. Und natürlich muss Artenschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Die Gesellschaft zahlt auch gerne dafür. Aber dadurch, dass die Landwirte 44 Prozent der bayerischen Flächen nutzen und nur sie dafür sorgen können, sind sie die wichtigsten Akteure, die tatsächlich daran etwas ändern können. Vor allem in der Fläche. Bezüglich der Nachfrage von Bio-Produkten: Österreich hat es vorgemacht: Man kann die Nachfrage stimulieren, auf viele Arten und Weisen. Und wenn das alles nicht hilft, wieso nicht eine Einspeisevergütung für Bio-Milchviehhalter die weiter an konventionelle Molkereien verkaufen müssen. Sie haben einen garantierten Absatz und bekommen den Differenzbetrag zum Bio-Preis. Beim Strom klappt es ja auch."