Problematische Geldstrafe und Effenberg-Kritik

Wirbel um Ribéry

Der Wirbel um das goldene Steak von Franck Ribéry hat sich noch nicht gelegt. Nun wirft die Geldstrafe des deutschen Meisters Bayern München für seinen französischen Star wegen dessen Internet-Ausraster einige grundsätzliche Fragen auf. Der FC Bayern hatte den 35 Jahre alten Offensivspieler nach Angaben von Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit einer hohen Geldstrafe belegt. Die genaue Summe nannte der Verein nicht. Über Social-Media- Kanäle hatte Ribéry obszöne Beleidigungen verbreitet, nachdem er wegen eines vergoldeten Steaks kritisiert worden war. Das Stück Fleisch war ihm einige Tage zuvor in einem Nobelrestaurant in Dubai serviert worden.

Nicht bekannt ist neben der Höhe der Strafsumme, an wen das Geld fließt. Der ehemalige Bayern-Kapitän Stefan Effenberg forderte in einer Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.de seinen Ex-Verein zu mehr Transparenz auf.

"Das Strafmaß ist angemessen. Das Problem ist, dass niemand kommuniziert, wie hoch diese Geldstrafe wirklich ist - und wohin das Geld geht. An den FC Bayern oder an einen gemeinnützigen Zweck?", schrieb der einstige Nationalspieler.

Ob Ribéry seine Geldstrafe überhaupt begleichen muss, bezweifelt der frühere Nationaltorwart Tim Wiese. "Ich musste meine nie bezahlen. Wie das bei Bayern ist, weiß ich nicht. Vorstellen kann ich mir aber nicht, dass Ribéry zahlen muss", sagte der Ex-Profi von Werder Bremen und 1899 Hoffenheim dem Portal meinwerder.de. Sich jetzt mit Ribéry anzulegen, würde Bayern vermutlich nicht gut tun. "Ein Verein will es sich mit den wichtigen Spielern nicht verderben, deshalb zahlt am Ende wahrscheinlich niemand eine Geldstrafe."

Wie die Vereine und Verbände mit dem Geld umgehen, ist dem Anschein nach unterschiedlich. Die Leipziger Jean-Kevin Augustin und Nordi Mukiele sollen laut Medienberichten mit dem fünfstelligen Geldbetrag für ihre Verfehlung vor dem Europa-League-Spiel im September gegen den FC Salzburg (2:3) Tickets gekauft und an sozial benachteiligte Kinder verteilt haben. Beim VfB Stuttgart hieß es über den Umgang mit Bußgelder: "Das wird im jeweiligen Einzelfall geprüft und entschieden." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gibt das eingenommene Geld aus sämtlichen Strafen an seine karitativen Stiftungen weiter.

Geldstrafen sind im Fußball üblich. "Wer in der Kreisliga zu spät kommt, muss fünf Euro zahlen. Bei Profis sind es schon mal 50 000 Euro", sagte der Kölner Arbeitsrechtler Jannis Kamann. Voraussetzung für solche Vertragsstrafen sei aber, dass sie im Vertrag vereinbart worden seien. Das sei bei Profifußballern oft so. Dass sich bisher kaum einer gegen Geldstrafen rechtlich zur Wehr gesetzt hat, hat für ihn verschiedene Gründe. "Gegen den eigenen Arbeitgeber geht man nicht gern rechtlich vor", erklärte der Jurist. Man akzeptiere lieber eine Zahlung.